Geschäftsklima Zulieferindustrie
Geschäftsklima Zulieferindustrie – April 2026
Pessimismus wächst: Erwartungen drücken Zulieferindustrie weiter ins Minus
Die Erwartungen in der deutschen Zulieferindustrie haben sich im April 2026 deutlich verschlechtert und bleiben auf einem noch niedrigeren Niveau. Mit einem Saldo von -26,8 Punkten verharren die Aussichten für die kommenden sechs Monate nahe ihrem Tiefstwert vom Februar 2025 und spiegeln die anhaltend hohe Unsicherheit in der Branche wider.
Demgegenüber zeigt sich bei der aktuellen Lage lediglich eine Gegenbewegung: Der saisonbereinigte Saldo zur Geschäftslage verbesserte sich von -27 auf -18,4 Punkte, nachdem zuvor ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen war. Diese Aufhellung kann die insgesamt negative Entwicklung jedoch nicht kompensieren. Insgesamt hat sich das saisonbereinigte ifo-Geschäftsklima im April nur leicht verbessert und liegt mit -22,6 Punkten weiterhin deutlich im negativen Bereich (nach -24,5 Punkten im März). Eine nachhaltige Stabilisierung ist damit nicht erkennbar.
Die Entwicklung im April unterstreicht, dass sich die Zulieferindustrie weiterhin in einer fragilen Phase befindet. Die in den ersten Monaten des Jahres angedeutete Erholung hat sich nicht verfestigt. Stattdessen hat sich die konjunkturelle Unsicherheit nochmals spürbar erhöht. Hintergrund ist insbesondere die Eskalation rund um den Iran, die die wirtschaftliche Planbarkeit für Unternehmen erheblich beeinträchtigt. In der Industrie berichten inzwischen rund 88 Prozent der Unternehmen von Schwierigkeiten, ihre Geschäftsentwicklung verlässlich einzuschätzen.
Auch auf gesamtwirtschaftlicher Ebene schlagen sich die geopolitischen Spannungen zunehmend nieder. Das ifo-Geschäftsklima hat sich im April stärker als erwartet eingetrübt und liegt auf dem niedrigsten Stand seit der Corona-Pandemie.
Parallel dazu wurde die Wachstumsprognose für 2026 deutlich nach unten korrigiert; erwartet wird nur noch eine schwache wirtschaftliche Dynamik bei gleichzeitig steigender Inflation. Zentraler Belastungsfaktor ist der Energiepreisschock infolge des Iran-Konflikts. Die anhaltenden Störungen im Persischen Golf treiben die Preise für Öl und Gas nach oben und erhöhen damit unmittelbar die Kostenbasis der energieintensiven Zulieferindustrien. Gleichzeitig führen steigende Transportkosten und zunehmende Unsicherheiten im internationalen Warenverkehr zu zusätzlichen Belastungen entlang der Lieferketten.
Vor diesem Hintergrund verschlechtern sich auch die mittelfristigen Perspektiven. Für 2026 wird nicht mehr mit einer Erholung der Industrieproduktion gerechnet, sondern bestenfalls mit Stagnation. Anhaltend hohe Energiepreise, geopolitische Risiken und strukturelle Wettbewerbsnachteile belasten die Industrie nachhaltig.
Insgesamt zeigt sich im April trotz leichter Verbesserung der aktuellen Lage keine Stabilisierung. Ausschlaggebend sind die deutlich verschlechterten Erwartungen, die die weiterhin hohe Unsicherheit widerspiegeln und eine nachhaltige Erholung in absehbarer Zeit unwahrscheinlich erscheinen lassen.
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